Internationaler Einladungswettbewerb der VOGEWOSI Voralberg
Die Idee oder: Wie wird aus Gebäuden ein Raum, ein Ort, eine Gemeinschaft?
Die Südtirolersiedlung ist während der Nazi-Diktatur entstanden und ist durchaus ein Spiegel ihrer Zeit. Sie ist aber nicht monumental, sondern kleinteilig und siedlungsartig in ihrer räumlichen Komposition. Die Gruppierung der einfachen Häuser, die Differenzierung der Erschließungsbereiche und die Raumbildung ermöglichen klar ablesbare gemeinschaftliche und öffentliche Zuordnungen. Wir nehmen diese Charakteristika auf und entwickeln daraus mit heutigem Blick unsere Entwurfsidee: Ein angemessener Maßstab der Gebäude und Freiräume, vom privaten Kleinen zum gemeinschaftlichen Größeren. Vom Individuellen der Wohnung über die Hausgemeinschaft, die sich auf den Laubengängen und den Freiflächen der Hofgemeinschaft treffen kann, bis hin zu den Treffpunkten im Quartier und dem Herzen der Siedlung am Südtiroler Platz.
Städtebau und Architektur
In der Addition gleichartiger und ähnlicher Baukörper entsteht eine räumliche Folge von Nachbarschaften. Die zentrale Achgasse wird neu bespielt. Platzflächen, Nischen und Pocketparks wechseln sich ab und bieten Treffpunkte und Aufenthaltsbereiche mit unterschiedlichen Eigenschaften. Die Innenhöfe werden mit Angeboten wie zum Beispiel Kleinkinderspielflächen, Bereichen für Urban Gardening oder Fitness differenziert bespielt. Wo möglich erhalten wir die alten Bäume und schaffen an anderer Stelle doppelten Ersatz für Bäume, die weichen müssen.
Die winkelförmigen Baukörper passen sich dem städtebaulichen Kontext an. Entlang der Rheinstraße werden die beiden Bestandsbauten integriert. In Richtung der beiden Punkthäuser und der Schule im Süden klappen sie auf und lassen spannende Raumfolgen entstehen, die durch kleine Versätze verstärkt werden. Die Gebäudehöhen variieren zwischen vier und sieben Geschossen. Damit werden Übergänge geschaffen und Akzente gesetzt. Die Winkelbauten mit ihrer Laubengangerschließung lassen sich flexibel an den jeweiligen Standort anpassen, ermöglichen vielfältige Wohnungsgrößen, -zuschnitte und -zuordnungen. Die Variationsvielfalt der Gebäude macht aus der städtebaulich strengen Figur ein abwechslungsreiches, lebendiges und gemeinschaftsbezogenes Wohnquartier. Nördlich der Rheinstraße schlagen wir kräftige Volumina vor, die den Straßenraum räumlich fassen und im Zusammenspiel mit der schönen Pappelreihe einen attraktiven Stadteingang bilden.