HENc2, Innovatives Wohnen in Holz am Hechinger Eck in Tübingen
2022-2025
Projektentwicklung | Entwurf | Realisierung
Ein Bio-Laden im Erdgeschoss, 26 Cluster-Apartments in den Obergeschossen und eine gemeinsame Dachterrasse mit Blick zum Schloss Hohentübingen, das Ganze in vorgefertigter Holzkonstruktion auf erdbebensicherem, massivem Erdgeschoss.
Internationales Know-how – Regionale Produktion – Lokale Handwerksqualität
Der Neubau ist kein Modulbau mit europaweiten Transportwegen. Ein britisches Unternehmen mit Schweizer Ingenieuren war für die Produktionsplanung und Koordination des Holzbaus zuständig. Die Holzbauteile wurden in einem Schwarzwälder Produktionsbetrieb präzise aus heimischen Hölzern hergestellt und geliefert. Die Montage erfolgte durch einen ortsansässigen, spezialisierten Zimmereibetrieb.
Das Gebäude ist ein Beispiel, wie nachhaltiger Holzbau und regionale Wirtschaft zusammengehen.
Beheimatung und nicht Behausung
Die Universitätsstadt Tübingen baute dieses Haus in der Südstadt insbesondere für junge Menschen und Berufstätige – vorrangig in Mangelberufen wie Erzieherinnen oder Pflegekräfte. In Zeiten des Fachkräftemangels lag der Fokus auf bezahlbarem für junge Leute. Sie finden hier ein erstes Zuhause und erleben Gemeinschaft. Das Haus ist ein Beispiel für kostenbewusstes Wohnen für soziales Miteinander.
Die Apartments mit kleiner Küche und eigenem Sanitärbereich bieten alles, was man braucht. Auf jeder Ebene gibt es zudem einen großzügigen Gemeinschaftsbereich mit komplett ausgestatteter Küche. Die Dachterrasse mit Blick über die Altstadt ist der Treffpunkt für die ganze Hausgemeinschaft.
Der „Eckladen“ im Erdgeschoss wird von einer Kooperative betrieben, die den Ausbau selbst organisiert und durchgeführt hat. Der Laden bietet den Menschen im neuen Quartier ein breites Angebot an Lebensmitteln, das bewusst auch kleineren Geldbeuteln eine gute Auswahl ermöglicht.
Low-Tech und puristische Erscheinung
Die Konstruktionsprinzipien des Gebäudes bleiben ablesbar. Im Treppenhaus zeigt sich der ungeschminkte Beton des Rohbaus ebenso wie bei den aussteifenden Betonwänden in den Etagen. Die Holzdecken bleiben pur. Die Technik ist sichtbar montiert.
Die äußere Hülle zeigt die gleiche Konsequenz. Im Erdgeschoss akzentuieren die tiefen Sichtbetonleibungen den massiven Sockel. Die ruhige Fassade aus lasierter Fichte ist nach Schweizer Vorbild nicht hinterlüftet. Die Fenster werden mit horizontalen Schalungen zu Bändern zusammengefasst. Der Rahmen an der Ostfassade in der Farbe des Stadtwappens nimmt die Farbigkeit der horizontalen Bänder auf und setzt einen markanten Fassadenakzent.
Der notwendige Schallschutz zur Hechinger Straße wurde durch Fensterkonstruktion und Fensterformate erreicht. Die Fenster sind öffenbar. Die Be- und Entlüftung ist über eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gewährleistet.